Gedichte von tigerthilo

Gedichte von Tigerthilo

zu den Kurzgeschichten - zu den Essays

*~*~*

. Licht

Immer da, so schön, so leicht.
Ein Huschen hier, ein Fingerzeig.
Nie steht es still, vibriert so schnell.
Ein Augenaufschlag, schon vorbei.
Der Sonnenstrahl trägt es herbei.

Obwohl verschwunden, so geschwind.
Es ewig währt, wo ist es nicht?
Es tanzt im Herzen immerdar.
Auf Gottes Erden überall.
Nur sehen muss man es im Fall.

Geschwind, Geschwind, du kannst es haschen.
Verzaubern tut es all Dein Lachen.
Noch schöner machen alles Sein.
So soll es sein.
Ewig sein.

*~*~*

. Neue Horizonte

Neue Horizonte, alles verblasst.
Schwindet dahin, wie zur Mitternacht.
Kann nichts festhalten, kann nichts bewahren.
Muss weitersegeln, zu neuen Gestaden.

Lichter leuchten, da vorne.
Lichter rufen und lächeln mich an.
Bin fröhlich und voll Tamtare.
Haltet mich nicht, ich will.

Schnell, schnell, und doch ganz gemächlich.
Kein Kompass ist zur Hilfe.
Nur das Licht, und die Sehnsucht.
Segel und Ruder der Zeit.

So fahre ich, Fahre ich weiter.
Von Küste zu Küste, und weiter.
Von Sonnenaufgang zu Sonnenaufgang.
Eine ewige Heimkehr.

*~*~*

. Liebe

Die Liebe, so wunderbar sie ist.
Sein und Ihr absolutes Heldenstück.
So rein, so klar und schön.
Kann sie unbedingt bedingungslos gehen.

Kann sie sich frei entfalten.
Und uneingeschrängt walten.
Sich zu immer höheren Höhen aufschwingen.
Und dabei die schönsten Melodien singen.

Die Reinheit ihr lassen, unverletzt.
Sie wirken lassen, unbehetzt.
Sie seien lassen, unbeschmiert.
So wird sie zur Königin gekürt.

Doch instrumentalisierst du Sie.
Verschwindet und versteckt sie sich.
Viel zu edel und rein sie ist.
So Wunderbar, so Wunderbar, so Wunderbar.

Ein Pfeiler und eine starke Macht.
So sanft und zärtlich, nie gedacht.
Ein ewig Fluss der Fülligkeit.
Liebt wahrhaft und ihr seid befreit.

*~*~*

. Trinitäten

Licht, Licht, Licht.
Sonne, Sonne, Sonne.
Wasser, Wasser, Wasser.
Liebe, Liebe, Liebe.
Freude, Freude, Freude.
Glück, Glück, Glück.
Heilig, Heilig, Heilig.
Leben, Leben, Leben.
Erde, Erde, Erde.

Danke, Danke, Danke.
Kraft, Kraft, Kraft.
Sterne, Sterne, Sterne.
Heilung, Heilung, Heilung.
Feuer, Feuer, Feuer.
Achtsam, Achtsam, Achtsam.
Frei, Frei, Frei.
Jetzt, Jetzt, Jetzt.
Luft, Luft, Luft.

Schön, Schön, Schön.
Gipfel, Gipfel, Gipfel.
Hier, Hier, Hier.
Reich, Reich, Reich.
Geld, Geld, Geld.
Klug, Klug, Klug.
Weise, Weise, Weise.
Wissen, Wissen, Wissen.
Leicht, Leicht, Leicht.

*~*~*

. In der Dunkelheit

Ich stehe an einem Abgrund.
Wenige Zentimeter meiner Fersen schauen in ihn,
so nahe bin ich ihm.
Er führt ins nichts.
Schwärze.
Vollkommene Schwärze.
Ich kann keinen Grund sehen.

Ich stehe da, nackt im leichten wind.
Ruhig stehe ich da.
Ohne mich zu bewegen.
Ich habe keine Angst.
Ich bin ganz gelassen.
Ruhig, ruhe ich in mir.
An meiner Seite hängt ein Schwert.
Es schimmert leicht und ist scharf.
Ich weiss es zu benutzen.
In vielen Schlachten habe ich es geführt.

Vor mir sind Schatten.
Auch dort ist es dunkel, wenn auch nicht schwarz.
Die Schatten bewegen sich hektisch und unruhig.
Sie ziehen an mir vorbei.
Meistens.
Gelegentlich greift mich einer an,
doch ich weiss mich zu wehren.
Ich habe ein Schwert,
und es ist scharf und gut.
Es wird niemals brechen,
ich weiss es zu führen,
so dass es niemals verletzt.
Nur zur Verteidigung,
nur zur Abwehr,
setze ich es ein,
in vollkommener Meisterschaft.

In mir glimmt ein Licht, kerzengleich.
Es leuchtet sanft, ohne zu blenden.
Ich scheine still.
Ich weiss wer ich bin,
und ich sehe in den Schatten vor mir,
ebenfalls kleine Lichter.
Teils flackern sie,
teils sind sie heller als ich,
manche sehe ich immer wieder verlöschen,
andere sind konstant.

Ich warte, geduldig.
Ich habe Zeit.
Denn ich sehe es werden mehr.
Immer mehr Kerzen gehen an,
immer mehr Lichter scheinen bescheiden in der Nacht.
Und feine Strahlen verbinden uns,
schon jetzt.
Noch sind es wenige,
doch es werden mehr.

Ich habe Zeit...

*~*~*

. Lieber Freund

Für Dich, mein Freund.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Auch wenn sie uns in der Schule was
anderes für richtig glauben machen wollten.

Wer redet erkennt nicht,
und wer erkennt,
der redet nicht.

Schöne Worte sind nicht wahr,
und wahre Worte sind nicht schön.

Same, same...
but different, different...

Zuhören! Wem?

Wenig Worte, tiefes Erkennen.
Ich schrieb sie nur für mich an Dich.

In Liebe...
Ich

*~*~*

. Künstler

Ein Künstler, ja, der will ich sein.
abkehren vom ewigen Schein.
das Jetzt genießen alle Zeit.
so finde ich die wahre Freud'.

Tanzt mit mir!
Jetzt oder nie!
Sonst zwingt die Zeit,
euch in die Knie.

Ihr glaubt mir nicht?
spielt keine Roll',
jetzt ist,
anderes soll... .

*~*~*

. Ein Blick auf die Welt

Ich sitze hier,
und trinke Bier,
keiner ist bei mir.

Das stört mich nicht,
denn ich bin dicht,
erfreue mich an mir.

Ich sehe Wahrheit,
keiner kann sie hören,
kann mich das stören?

Schlussfolgerung:
Um Wahrheit geht es nicht,
also schweige,
und sei dicht!

*~*~*

. Meer, Wald und Feuer

Das Meer macht Geräusche,
so wie der Fluss,
und der Wald oder der Wind.
Ja, selbst das Feuer ist nicht stumm.

Auch die Menschen machen oft Geräusche.
Wenn sie den Mund aufmachen reden Sie,
und oft glauben sie,
sie tun Wahrheit kund.

Das Meer tut mehr Wahrheit kund,
als jeder Mensch.
Wir verstehen es nur nicht mehr.
Und wir finden es eintönig ihm zuzuhören.

Überhaupt fällt uns das Zuhören schwer.
Weil wir so gerne reden.
Und reden tun wir oft,
weil wir Angst haben,
vor der Stille.

Wer aber nach Weisheit strebt,
muss die Stille suchen,
zuhören lernen,
auch dem Meer, dem Wald oder dem Feuer.

Oder allen,
keinem,
lauschen,
zum Lauschen werden.

Nur noch Sein...

*~*~*

. Bäume

Bäume.
die stillen Meditierer.
Sie stehen einfach nur da.
Still.

Fest verwurzelt in Mutter Erde,
wachsen Sie himmelwärts.
Vater?
Himmel!

Ein jeder einzigartig.
Bis ins Detail.
Und alle Leben.
Alle wie Einer.

*~*~*

. Die Menschheit

Der Glaube, der eins und alles ist,
der Ball als Körper alles frisst.
Wo ist das anders?
Alles gleich, im Liebeswahn!
Soll ich nur noch Auto fahr'n?

Der Krieg zerstört,
die Waffe bringt Geld,
re-gier-t die Welt die Welt?

Zu arrogant zum Denken,
Weiter verrenken?
Arm zu reich zum Himmel,
alles eins!

Die Kräfte zu sehen,
den Schein zu verstehen,
Nie haben wir Zeit!

Immer nur rennen nach falschen Idealen,
Soll ich malen?
Bilder für die Welt,
aber bitte: Ohne Geld.

Nichts ist eins,
aber alles ist,
ein Körper ohne Gegenteil,
vergesst mich nicht!

Zu sehr Wunder zum Verstehen,
nur konzeptlos zu begehen.
Wissen-schafft versagt,
anderes verzagt...
Leiden!

*~*~*

. Konzept

Unsere Wirklichkeit ist
ein Konzept, und
jedes Detail in
dieser Wirklichkeit ist
wieder ein Konzept.
Jeder Erklärungsversuch oder
Aufklärungsversuch ist wieder
ein neues Konzept,
um das zu
erklären, was nicht
zu erklären ist.
Das was ist,
ist so nicht
zu erklären, es
ist einfach und
es ist gut
damit. Es muss
nicht erklärt werden.
Wie ein riesiges
Theater. Jeder spielt
seine Rolle, ohne
das er das
weiß. Und genau
daher denkt er,
diese Rolle ist
alles, was ist.
Er spielt sie
als ob sein
Leben davon abhängt.
Was muss man
da sagen. Wer
wollte da eingreifen.
Was sollte es
da zu verbessern
geben. Es ist
eine makellose Aufführung.

*~*~*

. Freiheit

Ich strebe nach Freiheit.
Nach dem einfachen Sein.
Im Jetzt sein.
Nur noch Präsenz.

Abwenden von der Kontrolle.
Loslassen vom Schein.
Ent-Täuschung genießen.
Ohne Wissen.

Nichtwissen als Kür.
Wer bin ich?
Wer bist dann Du?
Alles Sein, alles Jetzt.
Wahrnehmung pur.

Sinnlos.
Sinn los?
Sinn, LOS!
Der Sinn ist los.

Selbst,
Alles,
Nichts,
vernichtend für mein kleines ich!

Alles leuchtet.
Wo bin ich?
Ich?!
Weg!
Angst,
Verlust,
dann Festhalten!
Schnell zurück, schnell!

Und alles ist wie immer...

*~*~*

. Winter

Langsam geht
die Sonne unter.

Es ist Winter.
Die Bäume und Wälder
sind tief verschneit
und es ist sehr still
in Ihnen.

Auch in mir ist Winter,
aber es ist alles andere
als ruhig.

Ich quäle mich,
quäle mich einen langen
einsamen Weg hinauf,
um endlich über der alles
verdunkelnden Wolkendecke
stehen zu können.

Ich weiß nicht,
ob ich sie jemals
erreichen kann...

*~*~*

. Ihr wollt...

Ihr wollt Leben,
doch alles was Ihr tut ist Überleben.

Ihr wollt Frieden,
doch alles was Ihr tut ist Krieg führen.

Ihr wollt Liebe,
seid aber nicht in der Lage Euch so zu
respektieren wie Ihr seid.

Daran leide ich.
Doch da ich weiß,
dass ich daran leide,
werde ich das Leiden überwinden,
und liebevoll in Frieden leben.

Dann weiß ich,
ich bin nicht alleine.

*~*~*

. Maler

Ich kann zu meinen Bildern
ja... leider...
nichts sagen,
sie entstehen einfach.
Ohne zu fragen.

Woher sie kommen,
ich weiß es nicht.
Genießt sie,
aber esst sie nicht.

*~*~*

. Alles im Nebel

Ich will helfen,
doch ich weiß nicht
wer ich bin.
Ich weiß nicht wer Du bist.
Alles liegt im Nebel.

So dachte ich mir:
Habe den Nebel lieb.

Ich wollte Ihn umarmen,
doch er entzog sich mir.
Das machte mich wütend.

Ich fing an Ihn zu bekämpfen.
Doch er wich einfach nur zurück.

Ich wollte aufgeben.
Ich war einsam,
und wollte nicht mehr kämpfen.
Doch mein Wille lies das nicht zu.

Jetzt stehe ich im Nebel
und will im Kampf ein Krieger werden.

Nur so kann ich leben,
im permanenten Überlebenskampf.

*~*~*

. Weihnachten

Es weihnachtet, es weihnachtet,
was frohe Zeit.
Alles umgibt sich mit nettem Tant,
und schau... es schneit.

Ich brauche noch Geschenke,
ich muss doch was geben.
Der Liebe wegen.

Stundenlang sitz ich da,
muss mich betrinken,
mit dem Wunsch,
was Passendes zu finden.

Meine Gedanken gehen auf Fahrt.
Was könnte Euch gefallen?
Ich finde nichts, doch quäl' ich mich weiter.
Gibt es was, was Ihr braucht?
Was Ihr noch nicht habt?

Ich nehme an,
ich finde nach langer Tortur,
was Materielles - für Euch NUR -
Oh, wäre ich stolz und froh!

Doch was würdet Ihr Empfinden?
Das ist nie gewiss. Braucht Ihr es,
so wie ich gedacht?
Oder entpuppt es sich für Euch als Last?

Ihr wisst um diese Sorge,
und würdet Euch freuen.
Ihr wisst die Geste zählt,
die Liebe,
aus der ich es erdacht.

Ich stehe heute hier ohne Geschenk.
Doch wie Ihr sicher wisst,
dass hat einen Grund:
Ich wollte Euch nicht schenken irgendeinen Schund.

Aber halt - wartet mal.
Bevor Ihr traurig zieht dahin.
Ein Geschenk fiel mir gerade ein - mit viel Sinn.

Ich schenke Euch ganz feierlich,
dies Gedicht.

*~*~*

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