Hybron und der kleine Planet - Ein Märchen

Hybron und der kleine Planet

"Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann."
(Cree-Indianer-Weisheit)

Es war einmal ein kleiner, wunderschöner Planet, dem es richtig dreckig ging. Denn in seinem Übermut, hatte er zugestimmt, als Kolonie für lauter kleine und selbstvergessene Wichtigtuer, zu dienen. Damals dachte er noch er könnte das irgendwie schon verkraften. Aber er hatte nicht mit der Ignoranz und Wichtigtuerei, und dem tiefen Schlaf gerechnet, indem sich die kleinen Wichtigtuer befanden, so dass sie gar nicht bemerkten, wie sie an dem Ast sägten, auf dem sie selber saßen. Von Habgier getrieben zerstörten sie den kleinen Planeten systematisch, verschmutzten seine Seen und Meere und holzten konsequent und ohne Rücksicht viele seiner Wälder ab.

In seiner Not, bat der kleine Planet den Helden Hybron um Hilfe. Hybron, der auf einem benachbarten Planeten in Frieden und Harmonie mit der Natur wohnte, folgte unverzüglich dem Hilferuf des kleinen Planeten, da sie eine lange Freundschaft verband, und kam ihn besuchen.
Hybron fing sofort damit an, zu erforschen, warum die kleinen Wichtigtuer so wichtig taten, und warum sie die Not ihres kleinen Planeten einfach nicht erkennen wollten.
Hybron fiel recht schnell auf, dass die kleinen Wichtigtuer einen Fehler in ihrem Tauschmittelsystem hatten. Dieser Fehler machte einen Teil der Wichtigtuer immer reicher und wichtiger, die meisten kleinen Wichtigtuer aber immer ärmer und unwichtiger, und sorgte so dafür, dass sie immer dachten es gäbe nicht genug, und sie müssten einander bekämpfen, um zu überleben. Die armen kleinen Wichtigtuer dachten nämlich, sie wären nicht mehr wichtig genug, und das ist wohl das schlimmste für einen kleinen Wichtigtuer.

Nachdem Hybron das erkannt hatte suchte er sich einen kompetenten Partner. Dieser erschuf ein Tauschmittelsystem, das allen kleinen Wichtigtuern umgehend zur Verfügung gestellt wurde, und mit dessen Einführung Gerechtigkeit und Gleichgewicht ermöglicht werden würden.
Sodann erzählte Hybron einer handvoll Wichtigtuern, die sein Vertrauen hatten, von der Existenz dieses Partners, und empfahl ihnen, sich mit dem Angebot des Partners auseinanderzusetzen. Es auf sich Wirken zu lassen und es kreativ-spielerisch in ihre sinnlich wahrgenommene Wirklichkeit einzubauen.

Es dauerte einige Jahre, bis immer mehr Wichtigtuer das Bewusstsein entwickelt hatten, was es bedeutet Dinge aus Liebe zu tun. Das Arbeiten auch Spaß machen kann, und das es besser ist Dinge zu tun, weil man sie wirklich will, und nicht weil man muss. Mit der Zeit lernten die kleinen Wichtigtuer auch, sich nicht mehr so wichtig zu nehmen, und fingen an, die Dinge spielerischer anzupacken.

Es war der Beginn einer neuen Zeit, die Stück für Stück, von einem Land zum anderen anfing den kleinen Planeten zu transformieren. Einige Jahrzehnte später konnte der Held Hybron wieder auf seinen Heimatplaneten zurückkehren. Sein Werk war vollbracht.
Der kleine Planet, der wieder fröhlich lachen und atmen konnte, war so erfüllt von Dankbarkeit, dass er dem Helden Hybron zum Dank eine kleine Tomatenpflanze schenkte, da er erfahren hatte, dass es auf dem Heimatplaneten von Hybron keine Tomaten gab, doch dieser während seinem Aufenthalt immer wieder erwähnt hatte, wie köstlich ihm diese Frucht schmecken würde.
Hybron war überglücklich, denn für ihn war es das schönste Geschenk, dass er sich vorstellen konnte.

Von nun an lebte der kleine Planet glücklich bis ans Ende seiner Tage und immer wieder kam der Held Hybron ihn besuchen.
Die Wichtigtuer waren von jenem Zeitpunkt an fröhliche Gärtner auf dem kleinen Planeten geworden und lebten zufrieden und im allseitigen Bewusstsein des Überflusses auf ihm, bis sie wieder heimkehren durften, in das Land der ewigen Sonne, ihrer wahren Heimat.

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