Kugelparade |
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Kugelparade - Seite 1
Bis auf das, worüber zu sprechen noch weniger Sinn hat. Jede Kugel ist anders, jede Bewegung ist anders, nur die Muster wiederholen sich. Manche Kugeln streben danach, mit anderen Kugeln in größeren Kugeln aufzugehen. Andere können das nicht, weil ihre Oberfläche keine dauerhafte Bindung an andere Kugeln begünstigt. Andere wiederum kommen schwer los, sind sie einmal gebunden. In der Begegnung zweier Kugeln zeigen sich die Gesetze. Zum einen Energieerhaltungssatz, zum anderen Veränderung. Trifft ein Kugelglomerat auf eine einzelne Kugel, überrollt es diese. Entweder die Kugel fügt sich in ein eventuell vorhandenes Loch an der Oberfläche ein, oder sie prallt auf, verformt sich, zerstäubt oder torkelt durch den luftleeren Raum. Deshalb fliehen die einzelnen Kugeln die größeren Körper. An sich ist keine Begegnung zu verwerfen, denn für die Kugel macht es keinen Unterschied, wem sie begegnet – ob und wie sie weiterbesteht. Überrolltwerden aber ist keine sinnvolle Form der Begegnung. Ist die Kugel ist die Nicht-Kugel nicht und ist die Nicht-Kugel ist die
Kugel nicht. Zur Zeit gibt es große und kleine Kugeln und Kugelkräfte,
immer mehr Kugelkräfte, sowie Gestelle, die Kugeln mit Wellen einfangen
und mit Teilchen abschießen… Kugelwellen… Kugeln… sowie Gestelle,
die aus Kugeln aufgeblasene Monster machen… deshalb sind nur wenige
frei zu nennen. Freiheit ist nur insofern ein Problem, wie Steuerung
eines ist. Solange Steuerung ein Problem ist, ist sie nicht. Das gilt
für alle Begriffe. Die Steuerung einer Kugel übertrifft die
Komplexität eines Hubschraubers um zwei Potenzen. Die größte
Schwierigkeit besteht darin, dass es keine Richtungen gibt, so dass die
Kugel immer denkt, sie schwebe vorwärts, so dass sie immer vorwärts
schwebt, so dass keine unmittelbare Erfahrung der eigenen Steuerkünste
gemacht werden kann, weil es kein Scheitern gibt, nur Schuld
oder Nicht-Schuld, von Unschuld ganz zu schweigen. Den Moment der
Erkenntnis, dass die Steuerung nicht funktioniert hat, gibt es, aber wie
alles schwindet er im Vergessen, solange die Kugel auf die
immerwährende Forderung einer Neujustierung angesichts des ständig
neuen, ungewollten Zielpunktes fixiert bleiben muss, um nicht vor die
anderen Kugeln zu schweben, die großen, die die unzureichend
beschriebene Schwierigkeit der Steuerung, Erkenntnis und Neujustierung
dem immerhin demokratischen Vergessen anheim
gegeben haben. Geht sie vor die anderen Kugeln bezieht sich das darauf,
dass früher mal, als Kugeln noch einfach so in Ecken verenden durften
– wenn sie nur wollten und am häufigsten wenn nicht -, extra
Hundekugeln kamen, um die Dreckkugeln zu entfernen. Dreck existiert
nicht. Begriffe, die etwas anzeigen, das nicht existiert, sind negativ
zu nennen. Das zu vergessen, diese Aufgabe übernimmt nun das Kugelmeer,
das weder Sinn noch Zweck noch Bestimmung, also auch keine Pole, kennt. |
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