Kugelparade

Kugelparade - Seite 2

Harmonie aber ist wie jeder Begriff nur als dreifaltig begreifbar, denn wir kennen nun einmal drei Dimensionen, nicht nur im Raum, auch in Zeit und Identität. Diese haben keine Richtung, weil sie nicht aufgehängt werden müssen. Erst in der Dimension der Ewigkeit, also der Dimension der Trinitätskugel, kommen ein unerschüttertes gut und ein erschütterndes böse zum Vorschein: das sind die Pole, zwischen denen die Menschheit aufgespannt ist. Hier wird Freiheit möglich. Wer steuert braucht eine Richtung, braucht zwei Pole, um die Richtung zu bestimmen. Doch sind es keine gleichwertigen Pole und zugleich sind sie mehr als bloß Pole, denn niemand schwebt zufällig dem Guten zu, während jeder, der nicht weiß, was Steuerung ist, das Böse aufsucht. Und wären es selbst Pole, so wäre wohl blind, wer sie als solche nicht sähe, blinder aber wäre, wer den von Pol zu Pol zuckenden Blitz, das Und, nicht gewahrte. Auf der einen Seite das Blitzgewitter, auf der anderen die einzelnen Blitze. Buberkugel Kugelblitz. Ihre Entsprechung finden diese Pole unvermittelbar in allen drei Dimensionen der Dimension +1. Das 1 bezeichnet das mehr, das das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile. Eines scheint durch die andern zwei hindurch, wie diese auch, jeder für sich und alles in allen. Deshalb Trinität. Theorie ohne Gott ist großes Gelächter.

Durchsteht eine Kugel ihre Jugend, ohne in etwas aufgegangen, von etwas zerstört oder sonstwie vom Ideal der Steuerung abgekommen zu sein, so kann sie gelernt haben die Steuerung zu kontrollieren, was Voraussetzung ist für das, was wir sinnvoll als Steuerung bezeichnen wollen. Tractatuskugel, auf repeat, wieder von vorne: „Dagegen erscheint mir die Wahrheit der hier mitgeteilten Gedanken unantastbar und definitiv. Ich bin also der Meinung, die Probleme im Wesentlichen endgültig gelöst zu haben. Und wenn ich mich hierin nicht irre, so besteht nun der Wert dieser Arbeit zweitens darin, daß sie zeigt, wie wenig damit getan ist, daß diese Probleme gelöst sind.“ Zielpunkt einer Kugel ist immer eine andere Kugel, es sei denn die Steuerung wird durch Begriffe oder Viren gestört. Dann kann eine Kugel auch das Gestell wollen. Technikkugel ist Ausfluß der Viruskugel. Virus ist was die Steuerung direkt beeinflußt, während das Wesen der Begriffe die Mitte, der Umweg und die Reflexion ist. Ein Virus ist immer als Krankheit zu bezeichnen. Eine Begriffskugel ist nur dann als Krankheit zu bezeichnen, wenn ihr Modus verloren geht, der da heißt: drei Seiten. Begriffe, die nur eine Seite zu benennen scheinen, sind bloß verständig zu nennen. Das bloße Verständnis ist einseitig. Einseitigkeit im Schatten des Bestehenden führt zu Fatalismus, während es im Schatten der Abwesenheit kein Fatum mehr geben kann, nur noch Fata, Ismen und Fanale. Die Krankheit des Fatalisten heißt Askese, die des Fanatikers Erfolg. Das Abwesende bezeichnen wollen ist das, was wir lügen nennen: negatio, -ionis: Verneinung, Leugnung. Wahrheit ist Lüge und Recht, beides, nur zusammen: also alles. Eine kranke Kugel hat keine Wahl. Will sie gesunden, muss sie das Böse kennen und das Gute anerkennen lernen.

Viruskugel ist Substanz des Bösen, dessen Essenz die Negation ist. Im Bösen, wie im Guten, fließt alles zusammen. Ist ein Virus, so ist er dreifaltig. Es gibt kein Gestell, das nicht in allem wäre: Materie, Menschheit, Ewigkeit. Ebenso ist es mit allen Viren. Entweder Ewigkeit, Menschheit und Gott, gut und böse dreiwertig gedacht: schlicht-gut-böse deutet es an, oder nichts von all dem, nur Zeit, Raum und apokalyptische Leere, Überfl/druß… gähnende Negativität eben, letzte Menschen. Eine Bis auf die Viruskugeln ist keine Kugel böse. Nicht ärgern, wundern. Das einzige, was mich wundert ist, dass wir in Raum und Zeit wühlen, statt nach Schönheit zu suchen. Und wovon wir längst vergessen haben, dass wir es nie hatten, das suchen wir in uns: Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: „Ich suche Gott! Ich suche Gott!“ aber es ist nicht die Nietzscheperle, die Gott sucht, sondern ein anderer: Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. „Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getödtet, - ihr und ich! Narr, das sind wir alle. Wer zynisch ist, ist ein Narr, denn beide Wörter haben denselben Ursprung und dieselbe Stammkugel, die irgendwann aus ihrer Fasskugel herausgerollt sein muss. Hund ohne Fass ist toll: du, ich, wir, ihr, sie, und wer nie mitgemacht haben sollte, wird auch hiervon nichts mitkriegen. Deshalb ist die Perle an sich als eine unter Säurekugeln zu bezeichnen. Für sich ist sie einfach. Wer Gott mit Laterne am hellichten Tag auf einem Marktplatz sucht, ist heute ein Zyniker, gestern war er noch toll. Morgen wird er – zum Tier.

Eine Kugel ist eine Kugel. Die Anzahl spielt keine Rolle. Genausowenig die Dauer, auch wenn das Produkt aus beidem die Kugelspur als einzige Konstante des Universums in Elemente und Dimensionen einzuschneiden. Dennoch kommt dieser kein Wert zu. Erst die Idee verleiht einer Spur Wirklichkeit. In einer Idee geht die Spur auf. Diese eine ist nur als Ganzes. Dieses ist es, was ich Gott genannt habe. Die Idee, die noch Spuren hinterläßt, ohne diese hinter sich lassen zu können: weil sie denkt, dass etwas auf etwas wirkt - ist bloß menschlich. Atheistenkugeln bilden sich ein, es könne eine ein- oder zweidimensionale Kugel geben. Ebenso Materialistenkugeln, Idealistenkugeln, Romantikkugeln, Rumkugeln… bilden sich ein, es könne zweidimensionale Begegnungen geben: das Meer der Listen ist ewig. Was ist eine Begegnungskugel? Eine Begegnung ist eine Begegnung ist eine Begegnung. Darüber hinaus läßt sich nichts sagen, es sei denn man bemüht abstrakte Beispiele, sogenannte Bilder. Habe ich Hunger schwebe ich zu einer Essenskugel. Habe ich Durst ist mir kein Weg zu weit, eine Quellkugel anzuzapfen. Jede Kugel, die sich auf eine einzige Form einschränkt, ist als grotesk zu bezeichnen: komisch und tragisch bezeichnen dieselbe Sache. Tragödie verhält sich zu Komödie wie Sitten zu Moral.

Währung ist alles, was ein Bedürfnis befriedigen kann, ohne eine Begegnungskugel vorauszusetzen. Preis ist das Gegenstück zu Wert. Wer überall essen kann, weil er überall und von jedem zu essen gestellt bekommen kann, ohne auf einer Begegnung aufbauen oder auf eine solche hoffen zu müssen: der begegnet nicht einmal sich, dem er nur im Spiegel begegnen kann. Spiegel, das sind die anderen. Sie verzerren und verzehren mich. Nur als verzerrtes, versehrtes kann ich alleine sein wollen. Solange ich nicht verletzt bin, und von niemandem umgeschlittert werde, kann ich mir selbst nicht begegnen. Die Selbstbegegnung ist die letzte aller Begegnungen. Die erste kennen wir nicht. Wofür auch? Erkenntnis ist das Gegenstück zu Glauben. Wissen ist die dritte Dimension. Erkenntnis ist damit rein materiell bestimmt, auch wenn sie vom einen anderen ins andere andere führt. Jede Spaltung setzt eine Begegnung voraus.

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