Unter Verrückten
Nein! Das ist falsch! Ja, das ist alles falsch. Was immer du denkst,
was immer du sagst. Es ist alles falsch. Es gibt nichts was du jemals sagen könntest, das
richtig wäre, ohne das es falsch ist. Ich weiß, das passt dir jetzt nicht, aber leider ist es so.
Weil, was auch immer du zu mir sagst, ist leider nur das, was du aus deiner Perspektive heraus
sagst, und meine Perspektive ist, leider, und das ist Fakt, eine andere. Und falls es dir noch nicht
aufgefallen ist, seine Perspektive ist auch eine andere, und ihre auch. Ja, ist echt eine dumme
Geschichte... richtig dumm. Aber vielleicht finden wir ja einen Konsens, eine Übereinstimmung.
So das wir eine Basis für eine nette Unterhaltung finden. Unterhaltung = unten halten. Aber
weißt du
was, auf unten halten habe ich eigentlich gar keine Lust. Denn dummerweise
weiß ich, dass ich bin.
Ja... das ist schon wieder ein verdammter Fakt. Ich bin. Keine
Ahnung, ob du bist, oder ob du dich noch
unten hältst, aber ich, verdammt, ich bin... und alle um mich herum scheinen ein bisschen verrückt zu sein,
oder bin ich es??? Fragen über Fragen... aber ich bin, daher sind die Fragen eigentlich fast nebensächlich,
da es sowieso keine adequaten Antworten gibt. Und das lustige und ebenso paradoxe ist, das genau
das die Antwort ist: es gibt keine Antwort. Und so kann das ewig weiter gehen... . Ewig ist schon wieder so
ein lustiges Wort. Was heißt das eigentlich... ewig... immer... non stop... immer jetzt. Mir fällt da nichts mehr
zu schreiben ein, da ich es nicht mal denken kann, wie sollte ich es da jemals schreiben können. Aber
kommen wir zurück zum Thema: wenn dir mal auffällt, dass du unter lauter Verrückten lebst, dann hast du
ein echtes Problem, weil keiner dich mehr versteht. Sie leben alle in ihrer Welt, tun so als ob sie sich verstehen,
was sie aber in Wirklichkeit nicht tun, weshalb sie sich immer wieder streiten, aber trotzdem sind sie nicht in der
Lage zu erkennen. Irgendwann hat man das Gefühl man befindet sich in einem schlecht organisiertem
Irrenhaus,
oder irgendetwas vergleichbarem. Dabei wäre es doch eigentlich so einfach... eigentlich... aber irgendwann kommt
man zwangsläufig zu dem Punkt, dass man feststellen muss, dass man selber leider vollkommen chancenlos ist.
Und ich meine hiermit: vollkommen. Du bist nicht frei, du kannst gar nichts tun. Nichts,
nicht mal nichts kannst du tun.
Wenn du jetzt sagst: Nein... das stimmt nicht, ich habe doch einen freien Willen und bin
Herr der Lage, habe alles im
Griff, bin der Chef, Herr meiner Welt. Dann sage ich: toll. Gut für dich. Ich hoffe es läuft alles nach Plan. Doch leider
ist dir da ganz offensichtlich was entgangen. Aber das macht nichts, irgendwann wirst du es auch noch checken,
und wenn es nicht in diesem Leben ist, dann vielleicht im nächsten, oder im Leben drauf oder noch eins später...
weißt du, Zeit spielt eigentlich nicht wirklich eine Rolle, denn dass würde ja bedeuten, dass du es beeinflussen
könntest - positiv oder negativ - aber in Wirklichkeit bist du in einem Kino -
The Universal Cinema - und du fährst mit.
Stöhnen, jammern, klagen kann alles ganz nett sein, wird dir aber nicht weiterhelfen. Schweigen wäre eine Alternative,
ist aber auch nicht unbedingt einfacher. Das anschließen an sogenannte im Geiste nahestehende Menschen bringt
kurzfristig ein wenig Erleichterung, bringt auf Dauer aber auch nichts, denn deine Perspektive bleibt leider deine
vollkommen einzigartige Perspektive.
Man könnte hoffen das sich die Welt anfängt zu besinnen, und der Mensch und die Menschlichkeit wieder mehr an
Bedeutung gewinnen, aber in naher Zukunft ist das unwahrscheinlich. Also... geh leiden Joseph, und nimm die
Maria gleich mit. Polen ist verloren, Mutter Erde steht kurz vor dem Kollaps, und Rettung ist nicht in Sicht. Die
Dummheit ist einfach zu fest im Sattel, eingemauert in eine gnadenlose Ignoranz und einen unüberwindbaren
Egoismus.
Falls du jetzt denkst der Tod bringt dich weiter. Vergiss es... du musst durch die Wüste um
deine Einzigartigkeit
zu erkennen. No way out! Nimm es auf dich, du hast eh nichts mehr zu verlieren,
außer Leiden. Das ist der Punkt,
an den du kommen sollst, ja fast musst. Einen anderen Weg gibt es nicht, und keiner wird ihn für dich gehen,
wenn du ihn nicht gehst. Aber wenn du ihn nicht gehen willst, macht das nichts. Denn Zeit spielt ja - wie schon
erwähnt - keine Rolle...
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